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Brasilianischer
Film in Deutschland auf dem Lande Ganz klar, dass die Großstädte einen Vorteil haben, was die Präsentation brasilianischer Filme angeht. Dort ist ganz einfach zahlenmäßig das größere Publikum. Es gibt aber auch auf dem Lande kleine Oasen des brasilianischen Kinos. Die Gemeinde Mettingen in Westfalen mit rund 12.000 Einwohnern ist eine solche. Im Ort findet sich das Institut für Brasilienkunde mit einer der größten Fachbibliotheken zum Lande im deutschsprachigen Raum. Zum Bildungskomplex gehört auch das Luso-brasilianische Studienkolleg am Weiterbildungskolleg Comenius-Kolleg. Hier gibt es seit einigen Jahren ein Seminar Brasilianisches Kino (seminário cinema brasileiro). Angestoßen wurde diese Aktivität in den 90ern vor allem durch den Besuch der im vergangenen Jahr verstorbenen brasilianischen Filmemacherin Marily da Cunha Bezerra, die ihren preisgekrönten Film Rio de Janeiro, Minas von 1993 vorstellte, für die Beschäftigung mit dem brasilianischen Film warb und eine erste kleine Sammlung von eigenen und Filmen befreundeter Filmemacher als Grundstock für das Projekt spendete. Gegenwärtig werden während der Unterrichtszeiten im Jahr einmal pro Monat Filme gezeigt, Spielfilme wie auch Dokumentationen. Einführung und Diskussion sind wie das Filmmaterial ausschließlich in portugiesischer Sprache. Das schränkt das Publikum zwar ein, dies gehört aber zum Studienkolleg und ist der brasilianischen Landessprache mächtig. Die Aktion trägt also auch dazu bei, dass der Kontakt mit der brasilianischen Kultur erhalten bleibt, bzw. dass auf hohem Niveau die portugiesische Sprache angewendet werden kann. Die Annäherung an Glauber Rocha und sein Werk findet nicht einfach über die Präsentation seiner Filme statt, die Teilnehmer des Seminars müssen sich auch durch Silvio Tendlers Dokumentation „Glauber o filme, labirinto do Brasil“ von 2003 durcharbeiten. Mit Batismo de Sangue wird nicht nur an Tito de Alencar erinnert, sondern auch an die gesamte Zeit von Mord und Folter unter der Militärdiktatur, die Jüngere nur noch vom Hörensagen kennen. Gegen das Vergessen ist auch die Dokumentation „Dom Helder Câmara – O Santo Rebelde“ (Dom Helder, der Heilige Rebell) gerichtet. Auf demokratische Aktivitäten des Volkes und die Bedrohung solcher Projekte weist „Lagoa dos Cavalos“, ein Film der Caritas Brasileira hin. Die Teilnahme am Seminar ist nicht immer leicht, es ist ja Unterricht. Sie kann auch richtig anstrengend werden, wenn im Zuge der Analyse der Literaturverfilmung Érico Verissimos „O Tempo e o Vento“ (Die Zeit und der Wind) nicht nur als dreibändiges Werk gelesen werden muss, sondern dann auch die Filmpräsentation siebeneinhalb Stunden dauert. Für das zweite Halbjahr 2008 ist eine Vorstellung des Werkes von Marily da Cunha Bezerra vorgesehen. Brasilianischer Film in Deutschland ist bei weitem nicht so bekannt wie Hollywood oder gar Bollywood, aber durch zahlreiche Aktivitäten doch gegenwärtig.
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Szenenfoto
aus dem Film Batismo de Sangue. Mehr als nur ein Film.
Notwendiger Impuls zur Aufarbeitung eines der düstersten
Kapitel der brasilianischen Geschichte. Wir danken für die Erlaubnis zur Veröffentlichung.
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Kontakt zum Projekt über Laurita Gomes Silva Rescher und Dr. Hubertus Rescher |
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