CEMEASS
Frauen für das Leben

Grün ist Leben
Stichwort: CEMEASS

Der Moringa-Baum

Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit im Gesundheitswesen sind in jedem Land wichtig, besonders dort, wo Krankheit zuvorderst ein soziales Problem ist. Rechts: Francisca Leitão, Vorsitzende von CEMEASS.

Baumpflanzaktion

Moringa-Baum

CEMEASS, das Zentrum für alternative Metho­den im Dienste der Gesundheit, im nordostbra­silianischen Franziskus-Wallfahrtsort Canindé, ist seit mehr als zehn Jahren eine staatlich anerkannte Bildungseinrichtung im Dienste der Gesundheit. Die Wurzeln des Projektes gehen aber schon in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück.

Das Zentrum folgt zahlreichen Einladungen von Ge­meinden und Pfarrgemeinden, um dort Gesund­heitsseminare und -wochen zu ver­anstalten, die die Entstehung von volksmedi­zinischen Gruppen als Ziel haben. Vor allem im eigenen Bundesland Ceará ist CEMEASS aktiv. Es kommen aber auch Einladungen aus anderen Gemeinden im Nordosten, u.a. von der Inselpfar­rei in Cairu/Ba­hia, wo Pater Lukas Dolle Pfarrer ist. Pater Lukas und Odete, die den ursprüngli­chen Anstoß zur Gründung von CEMEASS, bzw. der Vorläuferin gab, sind seit seiner Zeit als Pfar­rer in Canindé eng befreundet und verfolgen dieselbe Richtung in diesem wichtigen Sozialsek­tor.

In Canindé selbst beteiligt sich CEMEASS u.a. an der Gesundheitsseelsorge mit ihren Gesundheits­wochen, der Betreuung von Pilgerinnen und Pil­gern im nach Assisi größten Franziskus-Wall­fahrtsort der Erde. Bis zu eine Million Menschen kommen jährlich in die im Trockengebiet Sertão gelegene Mittelstadt. Weiterhin werden Medi­kamente aus Pflanzen hergestellt, die von einigen Medizinern in der Stadt und Umgebung gezielt verordnet werden. Dazu gibt es regelmäßige Schulungen in Canindé, an denen vor allem Frauen aus den ländlichen Bezirken teilnehmen. Wichtig ist auch der Heilpflanzengarten, der di­rekt der Produktion von Pflanzenmedikamenten dient wie auch als Modellgarten zur Anschauung.

Odete Martins Uchoa arbeitete 2002 und 2003 im gerade unabhängig ge­wordenen Osttimor am Aufbau von Volksmedizin­projekten vor allem im Heilpflanzenbereich mit. Maria Ilnar Pimentel, seit 1986 bei CEMEASS hatte schon in den Jahren ,also vor der Unabhängigkeit Osttimors im selben Sinne dort gearbeitet..

Grün ist Leben. Aber oft ist es gar nicht so einfach, das Leben in seiner ganzen Fülle zu erkennen und zu schützen. Die Frauen von CEMEASS, dem „Zentrum für alternative Methoden im Dienste der Gesundheit“ im nordostbrasilianischen Wallfahrtsort Canindé engagieren sich seit Jahrzehnten für das Leben. Das bedeutet, dass sie nicht nur die Pflanzenmedizin für die Gesundung der Menschen einsetzen, sondern auch dass sie lehren, wie selbst unter widrigsten Umständen diese Haus- und Volksmedizin sinnvoll hergestellt und genutzt werden kann. Es bedeutet vor allem aber auch, dass die sozialen Ursachen von Krankheit erkannt werden. Was Menschen verursacht haben, können Menschen auch beseitigen.

Zur Öffentlichkeitsarbeit von CEMEASS zählen auch Baumpflanzaktionen, wie hier an der Straße zur großen Franziskusstatue in Canindé, einem Magneten des religiösen Tourismus. „CEMEASS, die Natur im Dienste des Lebens“, steht auf den Schutzgittern für die kleinen Bäume, die oft erneut gepflanzt werden müssen, weil viele Menschen erst lernen, dass auch das Leben einer Pflanze Schutz benötigt, nicht jedes Grün sofort abgerissen und nach Hause geschleppt werden darf. Aber: Aus Pflänzchen werden schließlich Bäume.

Vom Himalaya in das Trockengebiet Nordostbrasiliens. Der Moringa-Baum hat in seiner Entwicklungsgeschichte einen weiten Weg zurückgelegt. Heute ist er in Südasien, in Nord- und Ostafrika und anderen Regionen der beiden Kontinente verbreitet und schließlich auch in Lateinamerika angekommen. Moringa oleifera Lam. ist ein wahrer Schatz wie so viele Pflanzen in der großen Apotheke der Natur. Der Baum spendet Schatten, seine Wurzeln halten den Mutterboden fest. Die grünen, frischen Schoten können im Dampf gegart und dann für Salate geschnitzelt werden. Die jungen Blätter eignen sich als Gewürz. Sie enthalten reichlich Protein, Vitamin A und C und sind geeignet als Nahrung für Mensch und Tier. Die gerösteten Samen schmecken erdnussartig. Als Tinktur sind Auszüge eine wertvolle Pflanzenmedizin mit antibiotischer, entzündungshemmender und schleimlösender Wirkung, gegen Wunden, Schmerzen, Wurmbefall usw. Ganz besonders aber eignet sich der zerstoßene Samen zum Reinigen von Wasser. Nur sechs Samenkörner benötigt man für ein Liter Wasser. Einen ganzen Tag muss das Wasser mit dem Pulver stehen, dann ist es fertig für den Gebrauch und eben auch als Trinkwasser geeignet.

Die Frauen von CEMEASS, dem Zentrum für alternative Methoden im Dienste der Gesundheit, im Wallfahrtsort Canindé/Ceará, haben 2006 Tausende von aufklärenden Gesprächen mit Pilgern und Pilgerinnen geführt und Tausende von kleinen Samentütchen verteilt, damit in vielen Orten des Trockengebietes Sertão Moringa-Bäume gepflanzt und ihre Vorteile genutzt werden




Kontakt zum Projekt: Laurita Gomes Silva Rescher und Dr. Hubertus Rescher (Hupsy)